• Melanie

Dienstag, 16.08.2022

Spritsparende Routen in Google Maps ++ Trinkwasserbrunnen werden Pflicht ++ Freundschaften sind gut fürs Gehirn ++



WER BIST DU? WER BIN ICH?

Wann wirkst Du am glücklichsten? Wie sieht das aus?

 

Guten Morgen Held:in,

das sind Deine guten Neuigkeiten des Tages.  YEAH-NEWS

◼ Google Maps integriert spritsparende Routen. Mehr

◼ Lebenserwartung in Afrika steigt durch bessere medizinische Versorgung. Mehr

◼ Vietnam: Regierung stärkt Rechte von queeren Menschen. Mehr

◼ Trinkwasserbrunnen in Städten und Gemeinden sollen Pflicht werden. Mehr

💝 FEELGOOD-ANREGUNG

◼ Einfach mal Scheitern: Über einen entspannten Umgang mit Misserfolgen. Mehr

◼ 5 Papierarten, die du nicht in den Papiermüll werfen darfst. Mehr

◼ Review: Was bringt die Anwendung einer Akupressurmatte wirklich? Mehr

◼ WHO Studie: Freundschaften sind gut fürs Gehirn. Mehr

💡INSPIRATION DES TAGES


 

🧠 GEDANKENVERKEHR 🧠


Ja wow wow wow! Was ist das denn für ein support bzgl. der Cosmopolitan Nominierung? 😮 Ich kann das gar nicht fassen. Was ich aber auch festgestellt habe: Ihr könnt jeden Tag voten, wenn Ihr mit dem Handy nicht im WLAN seid 🤪 Das wäre natürlich obergeil. 1000 Dank!

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Aber nun komme ich zu meiner versprochenen Erkenntnis aus der letzten Coaching Stunde:

Jedes Mal, wenn ich in Unternehmen oder (Hoch)Schulen meine Geschichte teile (nach meiner Selbstwahrnehmung tue ich das meist entspannt, mit Witz und Charme, aber auch mit einem gewissen Nachdruck und emotional distanziert - sodass ich die schmerzhafte Vergangenheit nicht emotional in die Gegenwart hole), habe ich unbewusst Angst, dass die Menschen das Ausmaß solch einer psychischen Belastung nicht erkennen und sagen “Ach sieh an, jetzt geht es ihr wieder richtig gut, so schlimm kann das gar nicht gewesen sein". (Natürlich wirkt sich das auf jede:n anders aus. Und jede:r hat einen anderen Umgang mit Belastungen, aber auf Dauer tut das einfach niemandem gut.)

Nun habe ich also die Sorge, dass das alles nicht so drastisch rüber kommt, obwohl es das durchaus war.

1. Mind-blowing Erkenntnis

Mir fällt auf, dass ich jedes Mal, wenn ich das erzähle, etwas anderes hinzufüge oder weglasse, das mir zuvor gar nicht so bewusst war. Ich habe viele Erinnerungen verdrängt. Eben weil das so eine langwierige, schmerzhafte Erfahrung war und ich einen langen Leidensweg hinter mir habe. Deshalb fragte mich meine Coachin, ob ich dafür eigentlich Anerkennung von meinem Umfeld bekommen hätte? Meine erste Reaktion: “Scham”. Die zweite Reaktion: “nicht wirklich bzw. wahrscheinlich nicht so, wie es sich für mich nach Anerkennung anfühlt.” Ich schäme mich dafür, dass ich dafür wohl nach Anerkennung gesucht habe und sie erklärte mir, dass das etwas grundsätzlich absolut normales sei und die meisten Menschen nach Anerkennung für Ihre Leistung streben. Egal in welchem Kontext. Und dann sagte Sie mit vollkommener Ehrlichkeit: “Das, was Sie erlebt und durchgemacht haben ist schlimm. Das ist wirklich ganz schlimm. Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich das sehe. Genauso wie ihren Weg dort raus.” - Mir liefen die Tränen runter und irgendwas löste sich auf unerklärliche Weise.

In dieser Stunde habe ich erkannt, es geht nicht nur um Entstigmatisierung, sondern auch um die Anerkennung des Überwindens aus solch einer Krise. Und da spreche ich nicht nur von psychischen Erkrankung. Natürlich könnte ich jetzt an der Stelle etliche Zahlen, Daten und Fakten über die Dauer, Kosten, etc. psychischer Belastungen/Störungen auflisten (die sind wirklich krass), zugleich erfordert jeder Genesungsweg ganz viel Kraft von uns. Und diese Leistung, die da an den Tag gelegt wird, ist teilweise nicht im Ansatz mit der Leistung in der Arbeit gleichzusetzen. Und im ersten Schritt bin ich dabei, das überhaupt erstmal bei mir selbst anzuerkennen, was ich da geleistet habe.

2. Mind-blowing Erkenntnis

So. In diesem Zuge wurde mir klar, weil mir die erste Erkenntnis nicht bewusst war (die Anerkennung und was so eine Erfahrung für eine Leistung mir selbst gegenüber bedeutet + in der Gesellschaft), habe ich mich meist nach Vorträgen nicht immer 100% gut gefühlt (eben wegen der Sorge, dass das alles nicht so drastisch rüber kommt wie es war und ich es nicht geschafft habe, das Bewusstsein von Einzelnen “auf sich selbst zu achten” und das Bewusstsein von Unternehmen “etwas für die Mitarbeiter:innen zu tun” nicht geschärft zu haben). Erstens: totaler Schwachsinn, weil das Feedback immer anders war = verzerrte Wahrnehmung. Zweitens: Allein, dass ich diese Verantwortung für andere übernehme, ist nicht zuletzt eine (unrealistische) Folge meiner Kindheit. Dennoch habe ich den starken Glauben daran, dass sich diesbezüglich im Arbeitskontext etwas verändern MUSS und auch wird. Da kommen wir nicht mehr drum herum. Also schreite ich voran und höre nicht auf drüber zu reden.

Eine daraus resultierende Strategie meiner Psyche war dann “du darfst den Moment nicht genießen, sonst geht es dir zu gut und niemand versteht, dass die Folge von dauerhafter psychischer Belastung zu einem langen Leidensweg führen kann. Ergo: Handlungen von Einzelnen und Unternehmen bleiben aus. Außerdem ist das Leben nicht immer nur voller Glitzer. Dieses erlernte Bild hat mich erst an den Punkt gebracht und deshalb möchte ich das auch nicht so vermitteln."

Erkennst du die Fehlinterpretation und die Absolutheit? Das sind auch verzerrte Wahrnehmungen. Durch die Identifikation mit meiner Rolle und die Strategie, das ”richtige" Bild des Lebens (ein stetiger Wandel der Stimmung) zu vermitteln, erlaubte ich mir ganz oft nicht das Leben zu genießen, sonst könnte ein falsches Bild entstehen.

Ich habe die leise Vermutung, dass das ganz vielen so geht. Paradoxe Strategien anzuwenden, alte Identifikationen nicht zu erkennen, etc.

Allzu oft wird über fehlende Wertschätzung/Anerkennung - für die Leistung, die wir alle tagtäglich vollbringen - geklagt. Sei es im privaten (Familie, Freunde) oder im beruflichen Kontext. Dabei geht es gar nicht darum, andere permanent mit Wertschätzung zu überschütten. Aber durchaus darum, dass wir gesehen werden wollen. Und auch darum, dass das Konstrukt der Leistungsgesellschaft generell hinterfragt werden sollte. Denn noch immer werden Mitarbeitende abgesägt oder versetzt, wenn sie aufgrund einer Überbelastung ausfallen. Natürlich wollen Unternehmen leistungsfähige Mitarbeitende, um zu wachsen. Dass sie aber schon vor einem Ausfall sehr viel geleistet haben und während einschneidenden Erlebnissen alles dafür tun, um wieder leistungsfähig zu sein, wird wenig honoriert. Das ist ja genau die schlimmste Scham von allen: zu wissen “Ich bin nicht mehr leistungsfähig”, demnach plötzlich auch kein Teil der Gesellschaft mehr. Furchtbar. Das ist nicht gesund und befördert uns in eine Abwärtsspirale - bis ich erkenne, dass mein (oder das der Gesellschaft) Leistungsstreben vielleicht generell nicht gesund ist.

Deshalb braucht es Prozesse und Strukturen, die es erlauben, Mitarbeitende aufzufangen. Sei es aufgrund einer Erkrankung, eines Pflegefalls in der Familie, Familie generell, Tod eines Angehörigen oder viele andere Gründe. Organisationen können Strategien entwickeln, um Menschen und deren individuelle Belastungsgrenze in Prozesse und Strukturen zu integrieren. Denn dann fühlen wir uns gesehen. Dann kommt die intrinsische Motivation und der Wachstum eines Unternehmens von allein. Glaube ich.

So, das war viel. Wenn Du es bis hierher geschafft hast, hoffe ich, dass Du was für Dich mitnehmen konntest. 😊

- ENDE -

 







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